Als ich noch relativ jung war, begann das Internet auch zu größer zu werden. Ich bin zwar noch nicht so alt, jedoch habe ich noch die Einwahl des 56k Modems zu Hause miterlebt. Es war verhältnismäßig teuer im Internet zu surfen, also durfte ich das auch jeden Tag nur für eine gewisse Zeit. Anfangs gab es die Mentalität, alles im Internet ist umsonst – News, Musik, Filme etc. Bis das Thema Urheberrechtsverletzung auftauchte (für mich als Jugendlicher vollkommen neu). Hier meine Meinung zum Thema Paid Apps und In-App Purchase.

Tauschbörsen etc. wurden dicht gemacht und Anbieter wie iTunes, Spotify und Co. wurden gegründet und man konnte seine Musik und seine Filme legal über das Netz kaufen. Ein Problem für mich anfangs für mich war, dass man diese Dinge nur per Kreditkarte bezahlen konnte und unter 18 Jahren hat man keine bekommen.

Apple hatte sich diesen Problem relativ schnell angenommen und die Lösung mit seinen Gutscheinkarten gelöst. Man kauft einen Code, den man einlösen kann und schon hat man einen bestimmten Betrag auf seinem iTunes-Konto. Heutzutage bekommt man fast regelmäßig sogar Rabatte auf diese Karten. Aber auch für andere Dienste wie Spotify, Netflix, Google Play und Co. gibt es solche Gutscheinkarten.

SpotifyGutschein

Dann begann der große Durchbruch von Apple und Google in Sachen Smartphones. Jeder wollte eins haben und man muss oder möchte natürlich immer die neusten Apps installieren. Das Problem war, die Gesellschaft hatte sich nicht wirklich weiterentwickelt, denn gibt bei vielen weiterhin diese Mentalität „Ich gebe doch kein Geld im Internet aus, ich will die Apps gefälligst umsonst herunterladen!“

Ich bin auch ein kleiner Sparfuchs, aber nicht immer Leben bekommt man alles geschenkt. Bei kostenlosen Apps ist es meistens so, dass sie über Werbung finanziert werden. Ich muss sagen, dass mir diese Mentalität tierisch auf den Keks geht!

Mit der "Revolution" der Smartphones haben einige Programmierer die App-Entwicklung zu ihrem Beruf gemacht. Sie wollen also davon Leben und bei einer Gratis-App geht das einfach nicht. Sie machen sich selbstständig, entwickeln Apps und wollen damit Ihr Leben finanzieren und nicht Millionäre werden (Auch wenn das einige dadurch geschafft haben).


Eine Smartphone-App programmiert man nicht 5 Minuten. Der der Entwickler der Poki-App für Windows Phone hat mehrere hundert Stunden für diese App benötigt. Dafür kann man doch ein paar € bezahlen, findet Ihr nicht? Natürlich finanziert sich ein Entwickler über die Masse. Man bezahlt zwischen 1 und 5 € für eine App und erhält auch noch Updates für diese App. 5 € sind ein Päckchen Zigaretten (auch wenn ich Nichtraucher bin), das bezahle ich lieber für eine App als es in die Luft zu pusten, findet Ihr nicht auch?

Ich habe bereits den einen oder anderen Euro für Apps ausgegeben, allerdings bin ich der Meinung, dass man sie vorher testen können sollte. Denn es gibt einige Apps, die kosten ein einiges an Geld, bringen einem aber keinen wirklichen Mehrwert, doch genau das sollte eine App für mich tun. Gut finde ich die Vorgehensweise im Google Play Store.

Man kauft sich eine App und hat dann ein paar Stunden Zeit diese zu testen, bei Nichtgefallen deinstallieren und bestätigen, dass man das Geld zurück möchte. Zumindest bei normalen App-Downloads also ganz einfach und simple (In-App Purchases davon ausgenommen). Wie es bei iOS aktuell ist, weiß ich leider nicht. Postet eure Erfahrungen doch bitte in die Kommentare.

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Das gute an Windows Phone ist allerdings ist, dass es bei den meisten Paid-Apps eine Testversion gibt. Hier kann man die App erst einmal ausprobieren für ein paar Tage oder mit geringem Funktionsumfang und wenn sie einem gefällt, kann man sie kaufen. Wie ich finde eine wirklich gute Idee.

Aktuell gibt eine wahre Flut von Apps in den verschieden App-Stores. Man muss wirklich eine sehr gute Idee besitzen, etwas sehr innovativ umsetzen und/oder etwas Glück haben. Rechnungen bezahlen sich nicht von alleine, wie ihr bestimmt wisst. Nicht jede App wird für Millionen von Dollar an einen IT-Riesen wie Google, Apple oder Facebook verkauft.

Eine Sache, die App-Store-Betreiber noch lernen sollten, ist die Rücknahme von In-App Purchases, das ist, wie ich finde, ein wenig blöd gelöst. Es sollte möglich sein, auch diese zurück zu geben, wenn man nicht zufrieden ist oder wenn man es ausversehen angeklickt hat. Man sollte dann nicht noch manuell Mails schreiben müssen, um sein Geld wieder zurück zu bekommen.

Die meisten Sachen erklärt man am besten an einem Beispiel:

Hier mein Beispiel:

Aktuell bin ich auf der Suche nach einem Markdown Editor (Wer nicht weiß, was Markdown ist, hört sich den Phasentheater Podcast einmal an). Für Mac gibt es sehr viele verschiedene Markdown Editoren.

Bei der Suche bin ich auf den Markdown Editor "Write" gestoßen, dieser hat mir optisch wirklich gut gefallen und hat soweit alle Features, die ich benötige. Aktuell kostet dieser Editor 9,99€. Als ich das gesehen habe, muss ich ganz ehrlich sagen, habe ich erst einmal leer geschluckt.

„Also“, dachte ich mir, „was machst du jetzt?" Die Lösung habe ich auf der Webseite von Write bekommen. Denn der Entwickler war so schlau, dass er eine 7 Tage Testversion für sein Programm zur Verfügung gestellt hat. Man kann 7 Tage die App/das Programm mit dem vollen Funktionsumfang testen. Gesagt getan und die Testversion heruntergeladen. Seit ein paar Tagen verwende ich dieses Programm nun täglich und bin zum Entschluss gekommen, dass diese App mir die 10€ Wert sind. Ohne Testversion hätte ich sie jedoch nicht gekauft.

Write Screenshot App Store

Hier meine Botschaft an alle Leute, die sich darüber nerven, dass dieses und jenes nicht umsonst ist: Macht ihr alles umsonst? Ihr geht doch auch täglich zur Arbeit und wollt dafür Geld sehen, oder? Wenn ihr keine Kreditkarte verwenden wollt, dann kauft euch eine Gutscheinkarte und löst diese ein! Wenn ihr eine App täglich verwendet und sie euch einen Mehrwert bringt, dann kauft sie und unterstützt damit den Entwickler!

Und meine Botschaft an die Entwickler: Steht zur eurer App! Wenn Ihr davon überzeugt seid, dass es sich hierbei um ein gutes Produkt handelt, lasst die Leute es vorher testen. Das ist der richtige Weg. Ich unterstütze gerne tolle Apps und gebe gerne den einen oder anderen Euro dafür aus.

Allerdings: Übertreibt es nicht mit den Preisen! Ich weiß, dass Programmieren nicht ausreicht, man benötigt meist auch eine Serverstruktur etc. Aber manchmal wirkt es ein wenig unverschämt, ich bezahle doch keine 20€ für eine Twitter-App, sorry!

Nun ist eure Meinung gefragt, kauft Ihr Apps? Was sagt Ihr zum Thema Paid-Apps, Gratis-Apps oder In-App Purchase?