Wie Ihr vielleicht wisst, bin ich ein großer Fan des Nexus 5. Das von LG gefertigte Smartphone, ist nun seit gut einem Jahr mein täglicher Begleiter. Nun wurde sein Nachfolger, das Nexus 6 vorgestellt. Erstmals stellte Motorola ein Nexus Gerät her. Ich durfte das Gerät nun zwei Wochen testen. Hier mein Review zum Nexus 6.

Die Nexus-Serie ist bisher bekannt für ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Nexus 5 beispielsweise kostete anfangs 399€ mit der Hardware eines High-End-Smartphones. Natürlich hat auch das Nexus 5 einige Schwächen – beispielsweise die Akkulaufzeit, dennoch war der Preis wirklich Top.

Mit dem Nexus 6 geht Google einen neuen Weg: Zwar handelt es sich weiterhin um ein Entwickler- und Referenzgerät, dieses Jahr wird allerdings das Referenzgerät stärker betont. Das erkennt man vor allem am Preis. Das Nexus 6 ist nämlich erheblich teurer als seine Vorgänger mit einer Unverbindlichen Preisempfehlung von rund 650€.

In Sachen Hardware muss das Nexus 6 sich nicht gegenüber High-End Smartphone Konkurrenten verstecken:

Technische Daten

  • Display: 5,96 Zoll – 1440 x 2560 Pixel (493 PPI)
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 805 2,7 Ghz
  • RAM: 3GB
  • Speicher: 32/64 GB
  • Kamera: 13 MP, Dual-LED (Rückseite) 2MP (Frontseite)
  • OS: Android 5.0 Lollipop
  • Akku: 3320 mAh

Verarbeitung/Design

Sowohl zur Verarbeitung als auch zum Design gibt es beim Nexus 6 nichts zu meckern. Beim Nexus 6 handelt es sich eigentlich um ein sehr großes Smartphone [Moto X (2014)](http://themetro.de/moto-x-2014-review/). Es besitzt, wie auch das Moto X einen Metallrahmen, der dem Gerät seine Hochwertigkeit verleiht. Das Nexus 6 ist in zwei Farbvarianten erhältlich: Midnight Blue und Cloud White.

Leider ist das Handling durch seine Größe relativ schlecht. Vielleicht bin ich auch die Größe nicht gewöhnt. Eine Einhandbedienung ist aber beim Nexus 6 kaum möglich. Was mich persönlich sehr stört, ist die Rückseite. Sie ist relativ rutschig. In Sachen Schönheit fällt für mich der übergroße "NEXUS" Schriftzug auf der Rückseite des Gerätes wesentlich zu groß aus. Ein bescheidener Schriftzug wäre schöner gewesen.

Die Lautstärken-Wippe und auch die Power/Standby-Taste liegen auf der rechten Seite des Geräts. Wie auch beim Moto X, ist die geriffelte Struktur der Power/Standby-Taste sehr positiv. Man weiß ohne zuschauen, ob man die Power/Standby-Taste oder die Lautstärken-Wippe drückt – Sehr gut!

Display

Bei dem Display handelt es sich um ein AMOLED Display. Die Farben wirken aber nicht so kräftig wie beim Moto X. Was mir sehr gut gefällt. Bei meinem Testgerät gab es leider ein Problem mit dem Display. Wenn man das Display von der Seite anschaut, hat es einen starken Grünstich. Mir sagte jemand, dass das bei AMOLED Displays gelegentlich mal vorkommt. Ob aktuell ein Smartphone eine Auflösung von 1440×2560 Pixel haben muss, darüber kann man sich streiten. Ich persönlich denke nicht.

Nexus 6_8

Ich denke eine Full-HD Auflösung, also 1080p, hätte hier vollkommen gereicht. Selbst bei dieser Auflösung hätte das Display einen Pixel per Inch Wert von 369, was immer noch sehr scharf ist.
Durch das AMOLED Display ist es möglich eine Art "Active Display" zu verwenden. Hierbei werden, sobald man das Gerät in die Hand nimmt oder eine Benachrichtigung eintrifft, bestimmte Pixel aktiviert. Geht man mit dem Finger auf diese Benachrichtigungen schaltet sich das Display komplett ein und man kann die Benachrichtigung ganz normal "bearbeiten".

Nexus 6_9

Software

Bezüglich der Software hat sich sehr viel geändert. Grund ist das es sich beim Nexus 6 um das erste Smartphone handelt, das direkt mit Das Nexus 6 ist das erste Smartphone, das Android 5.0 aka. Lollipop vorinstalliert hat. Bei Android 5.0 gibt es einen Begriff, der sich durch das ganz Update zieht: „Material Design“.

Die UI-Designer von Google haben das „Flat-Design“, mit dem „Material-Design“ weiterentwickelt:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Q8TXgCzxEnw

Wer ein genaueres Bild sich machen möchte, der kann bei den Kollegen von Areamobile vorbeischauen

Akkulaufzeit

Nexus Smartphones waren was den Akku betrifft bisher relativ schwach. Sowohl das Nexus 4, als auch das Nexus 5 waren keine Akkuwunder. Beim Nexus 6 hat Google einen 3320 mAh Akku verbaut. Das hört sich anfangs schon einmal relativ gut und solide an. Die Akkulaufzeit hat sich auch gegenüber dem Nexus 5 deutlich verbessert.

Ich kam immer sehr gut mit dem Gerät durch den Tag. Meistens hat das Nexus 6 bei mir ca. 1,5 Tage gehalten. Zwei Tage waren nicht drin, aber das habe ich bei dieser Displayauflösung auch nicht erwartet.

Kamera

Auch die Kameras der Nexusgeräte waren bisher nicht wirklich toll. Das konnte ich sowohl beim Nexus 4 als auch beim Nexus 5 feststellen. Die Kamera des Nexus 6 hat einen 13 Megapixel Sensor mit optischem Bildstabilisator. Das klingt erst mal relativ gut. Leider ist die Kamera des Nexus 6 nur mittelmäßig. Dadurch gibt es von mir hier Punktabzug, denn man muss einfach den Preis von 650€ mitberücksichtigen.Im Vergleich zu meinem OnePlus One (Test folgt), sind die Bilder einfach schlechter.

Hier ein paar Beispielbilder:

Die Fotos haben einen Resize erhalten, sollte jemand die „Original“ Bilder sehen wollen, einfach bei mir melden.

Sound

Bei dem Lautsprecher des Nexus 6 bin ich wirklich froh, dass Motorola sie an der Front angebracht hat. Das ist wirklich ein Pluspunkt. Hält man das Smartphone entweder in der Hand oder legt es beispielsweise auf den Tisch, wird der Lautsprecher verdeckt.Momentan kommt kein Gerät in Sachen Frontlautsprechern an das HTC One M8 heran – auch nicht das Nexus 6.

Fazit

Wenn man einmal das Gesamtpaket des Nexus 6 ansieht, gibt es ein paar Dinge die auffallen. Sowohl Positiv, als auch Negativ. Doch fangen wir beim Positiven an:

Sowohl die Verarbeitung als auch das Design des Nexus 6 ist Top (bis auf den riesigen Nexus Schriftzug). Motorola hat hier einen guten Job gemacht. Die Hardware ist aktuell, jedoch mir persönlich etwas zu hoch dimensioniert. Hier muss ich erneut das beinah 6 Zoll Große Display mit der Auflösung von 1440×2560 Pixel ansprechen.

Wer benötigt so eine Auflösung bei einem Smartphone? Hätte hier nicht ein Display mit 1920×1080 Pixel (Full-HD) gereicht? Leider gibt es ein paar Verfärbungen beim Display, wenn man von der Seite auf das Gerät schaut – liegt wohl leider am AMOLED Panel. Ein Pluspunkt ist auf jeden Fall "Active Display", auch wenn es unter Google nicht so heißt.

Ebenfalls positiv zu bemerken sind die Frontlautsprecher. Sie haben einen guten Sound. Auch die Akkulaufzeit hat sich gegenüber seinem Vorgänger deutlich verbessert. Zwar kommt es noch nicht an die Akkulaufzeiten eines Lumia 1520 ran, dennoch ist die Akkulaufzeit durchaus im grünen Bereich. Ein wirklich großer Pluspunkt ist das Android 5.0. Mit dem „Material Design“ hat Google das moderne „Flat-Design“ weiterentwickelt, was mir persönlich gut gefällt.

Bei der Kamera bin ich gespalten, die Fotos sind in Ordnung. Aber ich muss sagen, der Preis für das Smartphone ist nicht gerechtfertigt. Mit 650 € liegt das Nexus 6 deutlich über seinen Vorgängern. Mir wäre lieber gewesen, wenn Google das Nexus 6 ein wenig kleiner gemacht hätte (Zwischen 5.2 und 5.5 Zoll), "nur" ein 1080 P Display eingebaut hätte und der Akku auch entsprechend kleiner wäre (um die 3000 mAh). Mit diesen technischen Details könnte das Smartphone zu einem günstigeren Preis angeboten werden.

Zusammengefasst gibt es von mir für das Nexus 6 3,5 von 5 Sternen.

theMetro Kaufempfehlung_nexus6

Vielen Dank an Google, die mir das Nexus 6 für diesen Test zur Verfügung gestellt haben

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