Nachdem mein Review zum Lumia 1320 nun online ist, fragte mich Microsoft Mobile, ob ich nicht auch das Lumia 630 testen möchte. Und natürlich hatte ich Lust darauf!

Bisher bin ich noch nie mit Windows Phone 8.1 in Berührung gekommen. Das sollte sich nun mit dem Lumia 630 ändern. Wie mir das Gerät gefällt und was ich von Windows Phone 8.1 halte, lest Ihr jetzt.

Technische Daten

Display: 4,5 Zoll IPS-ClearBlack, Auflösung 854x 480 Pixel
CPU: Snapdragon 400 Quad-Core 1,2 GHz
RAM: 512 MB
Speicher: 8 GB
Kamera: 5 Megapixel
OS: Windows Phone 8.1
Akku: 1830 mAh

Unboxing

Das Lumia 630 kommt nicht in der schlichten blauen Box (wie wir es von den anderen Lumia Modellen gewohnt sind), sondern in einer viereckigen weißen Box. Auf der Verpackungsfront befindet sich ein Produktfoto des Gerätes in seinen möglichen Farbvarianten. Über einen Schiebemechanismus öffnet man die Box. Als erstes kommt natürlich das Gerät selbst zum Vorschein. Des weiteren befindet sich in der Box die obligatorischen Anleitungen, ein Ladekabel und der 1830 mAh Akku.

Ich muss sagen, dass ich ein wenig erstaunt über das Ladekabel war. Denn hierbei handelt es sich nicht, wie bei anderen Smartphones um ein USB auf MicroUSB Kabel plus Netzstecker, sondern das Kabel war fest mit dem Netzstecker verbunden. Das ist mein erster Kritikpunkt am Lumia 630, weil es sich hierbei um ein Einsteigergerät handelt.

Wie soll der Einsteiger den seine Musik  synchronisieren, wenn kein USB auf MicroUSB Kabel dabei ist? Kopfhörer wurden beim Lumia 630 nicht beigelegt, aber wie ich bereits mehrfach erwähnt habe, stört mich das nicht. Hier wird bei den meisten Unternehmen seit Neustem gespart. Die meisten Leute – wie auch ich – verwenden sowieso ihre eigenen Kopfhörer.

Lumia 6302

Verarbeitung/Design

Trotz des kleines Preises von rund 150 € hat Microsoft Mobile bei der Qualität des Lumia 630 nicht gespart. Es gibt keine scharfen Kanten, Spaltmasse oder sonstiges. Die Druckpunkte der Tasten sind sehr gut spürbar.  Sehr gut gefällt mir die Farbe des Lumia 630. In meinem Fall giftgrün.

Es ist einfach ein Eyecatcher und das Handy wird somit zu einem stylishen Accessoire. Wenn man sich an der Farbe „satt“ gesehen hat, kann man für rund 11€ ein anderes Backcover kaufen. Es gibt das Lumia 630 in schwarz,weiß, orange, gelb und grün. Was mir besonders an dem Design des Lumia 630 gefällt, sind die abgerundeten Ecken.

Es wirkt irgendwie Kantig, obwohl es wenig Kanten besitzt (ich kann das auch irgendwie nicht genau erklären). Was mir leider nicht so gefällt, ist das die Kamera ein kleinwenig aus dem Gehäuse steht, dadurch hat man einfach immer Angst, dass diese schnell verkratzt.

Display

Als ich die Auflösung des Lumia 630 gesehen habe, dachte ich, dass das der große Schwachpunkt des Gerätes darstellt. Diese Vermutung hat sich nur teilweise bestätigt. Ich muss sagen, im alltäglichen Gebrauch fällt die Auflösung des Displays gar nicht auf. Wenn man jedoch ins Detail geht, wird die Auflösung leider zum springenden Punkt.

Lumia 63014

Besonders bei Fotos ist die Auflösung negativ aufgefallen. Nachdem das Foto gemacht wurde, wird eine kurze Vorschau von dem geschossenen Bild angezeigt. Hier ist es mir öfter passiert, dass ich das Bild direkt gelöscht habe, weil es so „bescheiden“ Aussah. Wie ich später gemerkt habe, lag dies allerdings nicht 100% an der Kamera sondern öfters auch am Display. Auf einem anderen Bildschirm sahen die Fotos gar nicht schlecht aus.

Was mir positiv an dem Display aufgefallen ist, ist die Größe ( 4,5 Zoll ) und die Blickwinkeldichte. Ich finde persönlich das IPS-Panel am besten. Und was hat natürlich Microsoft Mobile in seinem Lumia 630 verbaut? Richtig ein IPS-Panel und das sogar mit zusätzlicher ClearBlack Technlogie. Die Farben sind okay, aber jetzt nicht wirklich gut. Wer möchte kann diese aber über Einstellung ein wenig anpassen. Leider ist das Display ein wenig bei mir durchgefallen.

Software

Kommen wir zu dem wichtigsten Thema des Lumia 630 und zwar die Software bzw. das Betriebssystem. Wie der Titel des Reviews schon sagt, handelt es bei dem Lumia 630 um das einzige Windows Phone (Stand Juni 2014), das Windows Phone 8.1 + Nokia Cyan installiert hat. Der Windows Phone Entwickler Sebastian Müller hat bereit seine ersten Tage mit Windows Phone 8.1 mit uns geteilt. Nun kommen meine Eindrücke mit Windows Phone 8.1.

Leider muss ich sagen, dass ich mit meinen Testgeräten (ja es waren zwei) leider ein wenig Pech hatte. Nokia weiß leider auch nicht woran es liegt. Ich bin mir auch nicht sicher. Entweder ist es ein „allgemeiner“ Softwarefehler oder es ist eine App, die den Fehler verursacht. Das Problem was ich habe ist, dass das System einfach einfriert. Man kann es noch entsperren und dann funktioniert gar nichts mehr. Das Einzige was dann nur noch hilft, ist das herausnehmen des Akkus.

Doch nun zu meinen Erfahrungen mit Windows Phone 8.1. Ehrlich gesagt war ich am Anfang gegenüber dem Update ein wenig skeptisch. Das hat sich allerdings schnell gelegt. Ich kann mit keinem System so schnell und produktiv arbeiten wie mit Windows Phone 8.1. Es ist schnell, Akku schonend und hat ein sehr schönes Design.

Sehr gut gefällt mir auch, dass man sein Windows Phone nun mehr personalisieren kann als vorher. Einfach ein individuelles Kachel-Hintergrundbild wählen und schon wirkt alles viel frischer und persönlicher. Leider ist mir persönlich das 4,5 Zoll Display für die dritte Kachelreihe ein wenig zu klein, deswegen bin ich bei zwei Reihen geblieben.

 

Lumia 630 Software1

Absolut begeistert war ich von der Tastatur. Microsoft hat sie bereits als die schnellste Tastatur der Welt angepriesen. Ich war am Anfang auch hier skeptisch und wurde ebenfalls eines Besseren belehrt. Normalerweise verwende ich keine Swype Tastaturen, doch die Work Flow Tastatur von Winodws Phone 8.1 ist einfach genial.

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Lumia 630 Software2

Ebenfalls sehr gefreut hat mich die Einführung des Action Centers. Man hat nun alle Nachrichten auf einen Blick, obwohl die „Toast Notification“ bereits weg ist. Im Action Center fehlen mir allerdings drei entscheidende Sachen:  1. eine Option zum aktivieren bzw. deaktiveren der mobilen Daten in den Quick Settings.

Lumia 630 Software4

2. Das man die Benachrichtigungen einzelnen entfernen kann und nicht nur die ganze Gruppe.

Und 3. Hat man die Möglichkeit, die Buttons verschieden zu aktivieren. Zum Beispiel kann man durch kurzes drücken das WLan aktiveren bzw. deaktivieren und durch langes drücken automatisch in diesen Einstellungspunkt springen.

Lumia 630 Software 15

Auch sehr loben will ich die separate Lautstärkenverwaltung für Musik und Klingelton bzw. Benachrichtigungen. Neben diesen beiden Profilen gibt es auch eines für Kopfhörer/Headsets. Wenn man also ein Headset einsteckt, erhält man eine andere Ansicht. Hier muss ich allerdings Kritik üben. Der Kopfhörermodus ist schlecht umgesetzt.

Zwar kann man einstellen, ob das Telefon klingelt oder nicht (dies wird automatisch gespeichert), aber wenn man es auf Klingelmodus stellt, klingelt das Gerät über die Lautsprecher des Handys und nicht über die Kopfhörer. Wie soll man das Handy klingeln hören, wenn man doch über Kopfhörer Musik hört? Für mich ist also der Kopfhörermodus fast nutzlos. Es müsste dringend geändert werden, dass man den Anruf über Headset vermittelt bekommt.

Lumia 630 Software 14

Die Einstellungen werden mit Windows Phone 8.1 mittlerweile so lang, dass es echt unübersichtlich wird. Hier wäre es besser, wenn man die Einstellungen in einzelne Kategorien zusammenfassen würde. Man könnte beispielsweise alles was mit Konnektivät (Wlan, Bluetooth, Mobilfunk etc.) zusammenhängt zusammen anzeigen.

Das Lumia 630 ist nicht nur das erste Windows Phone, das offiziell Version 8.1 besitzt, es ist auch das erste Windows Phone mit Software-Tasten (einer Navigationsleiste). Mir persönlich gefallen die Touch-Tasten besser, aber das ist wirklich Geschmackssache. Wer will kann sich das Lumia 630 auch als Dual-Sim Variante kaufen.

Auch der Store hat einige Veränderungen bekommen. Es ist nun möglich zu sehen, welche Apps man bereits herunterladen bzw. gekauft hat. Für mich als Blogger ist diese die Funktion sehr nützlich. Ich kann in diesem Menü mehrere Apps gleichzeitig auswählen, die heruntergeladen und installiert werden sollen. Leider fehlt hier allerdings die Option „Apps aus dieser Liste löschen“. Außerdem gibt es beim ersten Start Probleme beim Syncronisieren. Bei mir hat es jedes Mal ein Tag gedauert, bis meine Apps syncronisiert wurden und ich diese gesehen habe.

Neben Datasense (auf Deutsch Datenoptimierung) hat Microsoft nun auch zwei weitere Systemapps eingeführt: Battery Saver und Storage Sense. Alle drei Apps helfen dem Benutzer, dass Optimum aus seinem Gerät herauszuholen.

Wenn ein Windows Phone einen Micro-SD Kartenslot besitzt, kann man mit der Storage Sense App einstellen, wo Musik, Fotos, Apps oder Downloads abgespeichert werden sollen. Battery Saver soll – wie der Name schon sagt – Akku sparen. Die App zeigt an, welche Apps am meisten Akku verbraucht haben und ob sie im Hintergrund laufen dürfen. Möchte man dies nicht, kann man direkt über Battery Saver die Funktion der jeweilige App verbieten.

Ein Punkt der mich schon seit es Windows Phone gibt stört, ist, dass Apps nicht mit Links in Verbindung gebracht werden können. Hier ein Beispiel:

Ich erhalte via Twitter ein Link zu einem Instagram Foto. Wenn ich nun mit meinem Windows Phone auf dieses Bild klicke, wird ein Browserfenster geöffnet und leitet mir auf die mobile Instagram Seite.

So wie beschrieben soll es meiner Meinung nach aber nicht sein. Es sollte sich viel besser direkt meine Instagram App öffnen. Sollte ich für diesen Link-Typen mehrere Apps besitzen, soll mich mein Smartphone „fragen“, welche App ich gerne verwenden würde.

Dies ist eine Funktion, die ich seit Anfang an von Android kenne. Warum Microsoft das nicht in Windwos Phone integriert hat, ist mir ein Rätsel.

Alles in Allem muss ich sagen, dass mir dieses Update außerordentlich gut gefällt und es hoffentlich vielen Leuten zeigen wird, dass auch Microsofts mobiles Betriebssystem konkurrenzfähig ist. Es fehlt noch das Ein oder Andere, aber sie sind auf einem guten Weg.

Akkulaufzeit

Die Akkuleistung ist trotz des 1830 mAh großen Akkus wirklich gut. Ich komme mit einer Ladung knapp zwei Tage durch den Tag. Ein großer Vorteil des Akkus ist, dass er austauschbar ist. Wenn man möchte, kann man sich also einen Ersatzakku kaufen. Bisher habe ich leider noch keinen Ersatzakkus fürs Lumia 630 gesehen, aber diese wird es mit der Zeit bestimmt geben.

Ich denke das die Akkulaufzeit ein großer Pluspunkt für die Benutzung von Windows Phone ist, vor allem für Einsteiger. Denn die sind es nicht von Ihrem alten Handy gewöhnt, dass sie das Gerät jeden Tag an den Strom machen müssen.

Kamera

Mittlerweile habe ich gemerkt, dass das mit Nokia (nun Microsoft Mobile) so eine Sache ist. Die PureView Modelle von Nokia besitzt richtig geniale Kameras. Egal ob es das 1520,1020, 920 oder 925 ist. Diese Smartphones können locker mit einer Kompaktkamera mithalten bzw. sind sogar noch besser. Doch leider ist es bei dem Lumia 630 genau umgekehrt. Hier ist die Kamera nur knapp unterdurchschnitt.

Für Schnappschüsse reicht es auf jeden Fall. Sobald es ein wenig Dunkel wird, ist es mit der Bildqualität vorbei. Die Bilder sehen dann einfach verpixelt aus bzw. haben ein starkes Rauschen. Dazu kommt noch, dass diese Nokiakamera leider sehr träge ist. Der Start der Kamera App dauert eine gefühlte Ewigkeit (rund 3- 4 Sekunden). Wie bereits oben erwähnt, habe ich einige Fotos gelöscht, weil ich dachte, dass diese nichts geworden sind, aber es war womöglich das Display.

 

Fazit

Das Lumia 630 ist wirklich ein sehr gutes Einsteigergerät. Es ist für mich persönlich so gut, dass es selbst für mich Poweruser viele Sachen abdeckt. Smartphone Einsteigern kann ich das Lumia 630 für einen Preis zwischen 130 und 150 € eher empfehlen, als zum Beispiel ein Moto G. Zwar hat das Moto G ein besseres Display, dafür ist aber Windows Phone viel einfacher zu bedienen, als beispielsweise Android.

Der Preis des Geräts ist wirklich überzeugend. Für knapp 150 Euro oder weniger bekommt man schon eine ordentliche Leistung. Positiv an dem Lumia 630 ist auch das Design des Gerätes (vor allem die unterschiedlichen Farben), die Akkulaufzeit und das Betriebssystem Windows Phone 8.1.

Negativ aufgefallen ist mir das Display, leider ist die Auflösung nicht so toll, das habe ich vor allem nach einem geschossenen Foto gemerkt. Dennoch darf man die Kamera nicht unerwähnt lassen. Denn die ist leider auch nicht das Gelbe vom Ei. Bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen (besonders wenn es dunkler wird) macht sie starke Probleme. Es rauscht dann wie „blöd“ und die Bilder sehen nicht wirklich ansehnlich aus.

Der größte Pluspunkt des Lumia 630 ist das OS. Windows Phone 8.1 lässt für mich persönlich fast keine Wünsche offen. Natürlich fehlt immer noch die ein oder andere Kleinigkeit, aber das Update von Microsoft war ein sehr großer Schritt nach vorne und macht das Betriebssystem endlich konkurrenzfähig.

Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass mir das Lumia 630 wirklich so gut gefällt. Doch es hat mich durchaus positiv überrascht. Für alle die gerne einmal Windows Phone ausprobieren wollen, sollte das mit dem 630 tun. Jedoch hoffe ich für denjenigen, dass er nicht genauso viel Pech hat wie ich und sein Gerät nicht „einfriert“. Durch diesen Fehler ist das Handy natürlich nicht dauerhaft nutzbar.

Vielen Dank an Nokia die mir das Lumia 630 für einen Test zur Verfügung gestellt haben.